Leica SL3-S: schnelle Alternative


Mit der SL3-S stellt Leica seiner hochauflösenden Vollformatkamera SL3 ein schnelles Schwestermodell mit 24 Megapixeln zur Seite.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Die Leica SL3-S ist 141,2 mm breit und wiegt ohne Objektiv und Akku 768 Gramm.

Die Leica SL3-S ist 141,2 mm breit und wiegt ohne Objektiv und Akku 768 Gramm.

Bild: Leica

Die 2024 vorgestellte SL3 (hier im Praxistest) löst 60 Megapixel auflöst, die seit Mitte Januar 2025 erhältlich SL3-S bringt es nun wie ihr Vorgängerin SL2-S (hier im Test) auf 24,6 Megapixel. Die größeren Pixel erlauben einen erweiterten ISO-Bereich von 50 bis 200.000 – bei der SL3 ist bei ISO 100.000 Schluss.

Bedienung der SL3-S

Äußerlich unterscheiden sich die Kameras kaum. Beide kommen im sehr soliden Ganzmetallgehäuse mit Wetterschutz nach IP54 und monochromem Status-Display auf der Oberseite. Einziger Unterschied: Bei der Neuen ist der Leica-Schriftzug schwarz statt weiß. Identisch sind auch das Bedienkonzept und der 3,2-Zoll-Touch-Monitor mit 2,3 Millionen Punkten, der sich nach oben und unten kippen, aber nicht in die Selfie-Position bringen lässt. Ebenfalls übernommen hat Leica den sehr guten OLED-Sucher (5,76 Millionen Punkte, 0,78x, Bildwiederholrate maximal 120 fps).

Die Tasten und Räder der SL3-S sind nicht beschriftet und lassen sich individuell konfigurieren.

Die Tasten und Räder der SL3-S sind nicht beschriftet und lassen sich individuell konfigurieren.

Bild: Leica

Bis zu 96 Megapixel per Multi-Shot

Der Fünf-Achsen-Bildstabilisator kompensiert bis zu fünf Blendenstufen. Anders als bei der SL3 lässt sich der beweglich gelagerte Bildsensor auch für hochauflösende Multi-Shot-Aufnahmen von statischen Motiven mit 48 oder 96 Megapixeln nutzen – sogar aus der Hand.

Hybrid-Autofokus und schnelle Serienbilder

Laut Hersteller ist die die SL3-S mit dem besten Autofokus aller Leica-Kameras ausgestattet. Das Hybridsystem aus Phasen-Detektion (779 Messfelder), Tiefenkarte und Kontrasterkennung (315 Messfelder) ermöglicht eine Autofokus-Nachführung im Serienbildmodus mit bis zu 30 Bildern/s. Das ist ein deutlich besser als bei der SL3, die maximal 15 Bilder/s schießt, mit Autofokus-Nachführung aber auf 5 Bilder/s abbremst. Das Autofkus kann außerdem Menschen und Tiere erkennen, hat aber keinen speziellen Modus für Vögel oder Fahr-/Flugzeuge, wie die meisten Konkurrenzmodelle.

Das Menü wurde neu gestaltet. Es zeigt – abhängig davon, ob der Foto- oder der Videomodus aktiviert ist – unterschiedliche Einträge.

Das Menü wurde neu gestaltet. Es zeigt – abhängig davon, ob der Foto- oder der Videomodus aktiviert ist – unterschiedliche Einträge.

Bild: Leica

Die höchste Seriengeschwindigkeit erreicht die SL3-S mit elektronischem Verschluss; mit mechanischem Schlitzverschluss sind maximal sieben Bilder/s möglich. Ab fünf Bildern/s nimmt die Kamera Raw-Daten mit 14 statt 12 Bit auf. Während der mechanische Verschluss ein kürzeste Belichtungszeit von 1/8000 s erlaubt, ist beim E-Verschluss 1/16.000 s möglich.

Video: 6K Open Gate

Unterschiede zur SL3 gibt es naturgemäß beim Video, das wegen der geringeren Sensorauflösung auf 6K/30p statt 8K/30p beschränkt ist. Dafür nimmt die SL3-S im Open Gate-Format auf, kann also alle Pixel des Sensors im Format 3:2 aufzeichnen, um dann in der Nachbearbeitung das gewünschte Seitenverhältnis zu wählen. Bei 4K beherrscht die Kamera auch 60p, in Full-HD 120p.

Die Leica SL3-S speichert auf SD- und CFexpress-Karten.

Die Leica SL3-S speichert auf SD- und CFexpress-Karten.

Bild: Leica

Über HDMI kann sie Raw-Video mit 5,9K/30p aufzeichnen, intern auf CFexpress-Karte erreicht sie die beste Qualität im Format ProRes 4:2:2HQ in 5,8K/30p. Neu ist, dass die Kamera über USB-C auf eine externe SSD aufzeichnen kann. Weitere Videofunktionen sind eine Mikrofon- und Kopfhörer-Buchse, eine Timecode-Schnittstelle und das flache L-Log-Profil.

Unterstützung für Content Credentials

Im Unterschied zur SL3 unterstützt die neue Leica-Kamera Content Credentials im Rahmen der Content Authenticity Initiative (CAI), speichert also auf Wunsch mit den Bildern manipulationssichere Metadaten. Ob ein Bild verändert wurde, lässt sich mit einem kostenlosen Online-Verifizierungstool (verify.contentauthenticity.org) überprüfen. Die entsprechenden Metadaten werden nur im Einzelbildmodus hinzugefügt, also nicht bei Serien oder Videos.

Leica hat bei der SL3-S eine große HDMI-Buchse verbaut. Über USB-C kann die Kamera auf externen SSDs aufnehmen.

Leica hat bei der SL3-S eine große HDMI-Buchse verbaut. Über USB-C kann die Kamera auf externen SSDs aufnehmen.

Bild: Leica

Weitere Eigenschaften der SL3-S sind: zwei Speicherkarte-Laufwerke für SD (UHS-II) und CFexpress Typ B, eine große HDMI-A-Schnittstelle, Bluetooth und schnelles Wi-Fi mit MIMO-Technologie. Im Laufe des Jahres 2025 soll eine Camera-to-Cloud-Funktion folgen, mit der sich Fotos und Videos direkt auf Adobes Frame.io-Server laden lassen.

Verfügbarkeit und Preis der SL3-S

Die Leica SL3-S kostet 5190 Euro. Als Zubehör ist unter anderem der Hochformatgriff HG- SCL7 für rund 1050 Euro erhältlich.

Als Zubehör ist der Hochformatgriff HG- SCL7 erhältlich.

Als Zubehör ist der Hochformatgriff HG- SCL7 erhältlich.

Bild: Leica

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