Die Panasonic Lumix S1R II ist 134 mm breit und wiegt mit Akku 795 Gramm. Auf der Ober- und Vorderseite gibt es einen roten Videoauslöser.
Bild: PanasonicDie 2018 eingeführten Vollformatkameras von Panasonic, Lumix S1 und S1R, sind ungewöhnlich groß und schwer. Bei der neueren S5-Serie hatte Panasonic dagegen bereits auf kleinere und leichtere Kameras gesetzt. Diese neue Strategie setzt sich nun auch bei der Lumix S1R II fort, die Mitte März für rund 3600 Euro auf den Markt kommt. Sie hat fast die gleichen Abmessungen wie die Lumix S5II, wiegt aber 55 Gramm mehr, damit aber immer noch gut 200 Gramm weniger als die S1R.
Das Magnesiumgehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt und frostbeständig. Der Monitor (3,0 Zoll, 1,84 Millionen Punkte) lässt sich sowohl in der optischen Achse kippen, als auch seitlich ausklappen, wobei er soviel Abstand hält, dass sich er sich trotz angeschlossenem HDMI- oder USB-Kabel drehen lässt. Der OLED-Sucher hat wie in der S1RII eine Auflösung von 5,6 Millionen Punkten und eine Vergrößerung von 0,78x.
Ein Joystick hilft beim Verschieben des AF-Messfeld.
Bild: PanasonicNeuer Bildsensor
Herzstück der spiegellosen Kamera ist ein neuer BSI-Vollformatsensor mit 44,3 Megapixeln und einem ISO-Bereich von 80 bis 51.200 (erweiterbar auf 40 und 102.400). Der auf dem Sensor implementierte Hybrid-Autofokus hat 779 Messfelder und erkennt Menschen, Tiere (auch Augen), Autos, Flugzeuge, Züge und – neu – Motor-/Fahrräder. Panasonic verspricht außerdem eine verbesserte Tracking-Leistung.
Da der Sensor beweglich gelagert ist, dient er auch als Bildstabilisator mit einer Kompensationsleistung von bis zu 8 Blendenstufen in der Bildmitte gemäß CIPA-Standard. Er lässt sich auch mit bildstabilisierten Objektiven kombinieren (Dual I.S.). Einen Multi-Shot-Modus hat Panasonic ebenfalls integriert. Hierbei werden acht Aufnahmen zu einem Bild mit 177 Megapixeln zusammengefasst – das Ganze soll sogar bei Aufnahmen aus der Hand funktionieren.
Serien nimmt die Lumix S1R II mit elektronischem Verschluss und bis zu 40 Bildern/s (Raw: 12 Bit) mit AF-Nachführung ohne Blackouts im Sucher auf. Wer den mechanischen Verschluss bevorzugt, kann bis zu 10 Bilder/s bzw. 9 Bilder/s mit 14-Bit-Raws aufnehmen. Auch eine Voraufnahmefunktion ist an Bord, bei der Bilder schon vor dem eigentlichen Auslösen (0,5 bis 1,5 s) in einen temporären Ringspeicher geschrieben werden. Als Speicher stehen ein CFexpress-B- und ein SD-Laufwerk zur Verfügung.
Der Monitor lässt sich sowohl in der optischen Achse kippen als auch seitlich ausklappen.
Bild: PanasonicErstmals 8K-Video
Als echte Hybrid-Kamera ist die Lumix S1R II natürlich auch bei der Videoaufzeichnung hervorragend ausgestattet. Als erste Lumix-Kamera nimmt sie 8K (7680 x 4320, 16:9) bzw. 8,1K (8128 x 4288, 17:9) auf und zwar mit 30p (4:2:0, 10 Bit). 60p steht ab 5,8K zur Verfügung, ab Cinema-4K auch mit 4:2:2 Farbabtastung. 120p-Zeitlupen gelingen ebenfalls ab Cinema-4K. Wie bei Panasonic üblich gibt es auch eine Open-Gate-Funktion mit 3:2 Seitenverhältnis, zunächst allerdings nur mit 6,4K; ein Firmware-Update im Laufe des Jahres 2025 soll Open Gate mit 8,1K und 7,2K ermöglichen.
Neben anderen Codecs kann die Lumix auf CFexpress-Karte oder eine externe SSD mit ProRes Raw 422 (HQ) aufnehmen und zwar bis zu einer Auflösung von 5,8K/30p. Über HDMI lässt sich 8K auf einem externen Rekorder aufzeichnen. 8K-Raw auf Atomos- oder Blackmagic-Rekordern soll ein Firmware-Update ermöglichen. Weitere Videofunktionen sind V-Log mit bis zu 14 Blendenstufen, Proxy-Video, Tally-Leuchten (vorne und hinten), Frame-Marker (für alle relevanten Seitenverhältnisse), eine False Color-Anzeige und 32-Bit-Floating-Audio über einen XLR-Adapter.
Die Oberseite der Lumix S1R II ist übersichtlich und funktional.
Bild: PanasonicDie neue Kamera ist natürlich kompatibel zur „Lumix Lab“-App, über die sich unter anderem LUTs in die Kamera übertragen lassen. Mit der Lumix Flow-App lässt sich die Videoproduktion organisieren und das Smartphone als externer Monitor nutzen. Neu ist die Kompatibilität mit der Tethering-Funktion von Capture One. Ebenfalls unterstützt wird Adobes Camera to Cloud-Technik Frame.io.
Preis und Verfügbarkeit
Die Lumix S1R II kostet rund 3600 Euro, im Kit mit dem S 4/24-105 mm Macro O.I.S. werden rund 4500 Euro fällig. Als Zubehör ist unter anderem der Batteriegriff DMW-BG2 zum Preis von ca. 350 Euro erhältlich.
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