Entspannt bei der Arbeit, obwohl das TV-Team beim Shooting über die Schulter blickte
© Manfred Zollner
Die Schönheit leitet eine eigene Modelagentur, arbeitet seit 15 Jahren
mit Manfred Baumann und ist stets am Set dabei. Manfred Baumann, der
heute umlagerte Medienstar, ist eigentlich gelernter
Einzelhandelskaufmann. Er weiß, dass es nicht reicht, einfach nur gut zu
fotografieren. Ein Fotograf sollte Marketinggeschick mitbringen. Und
das hat er. „Es ist wichtig, dass ein Fotograf entweder völlig
durchgeknallt ist oder auf die Leute zugehen kann“, meint der
Österreicher. „Ich kann nicht über Nacht zum Terry Richardson werden.“
Typ „bester Kumpel“
Baumanns Stärke ist sein kommunikatives Talent. Und so scherzt er jetzt
mit Patricia, wendet sich in der nächsten Sekunde einem Reporter zu und
bereitet bei aller Lässigkeit scheinbar beiläufig das Shooting vor. Hier
ein paar Anweisungen an die beiden Assistenten, dort ein kurzes
Gespräch mit dem Marketing Manager des Fast- Food-Herstellers. Und
plötzlich steht auch schon Patricia geschminkt und ohne Lockenwickler
neben ihm. Die Blitze und der Reflektor sind ausgerichtet, der
Set-aufbau für diesen Auftrag bleibt reduziert auf das Nötigste. Es kann
losgehen. Dies ist nicht die erste Zusammenarbeit. Manfred hat Patricia
schon fotografiert, als sie gerade mal 17 Jahre alt war, die beiden
waren zuletzt bei einem Promi-Kartrennen ein Team. „Manfreds Stärke ist,
dass er die Models natürlich belässt, sie nicht verbiegt“, sagt Nelly
Baumann. „Es gelingt ihm, sie natürlich rüberzubringen.“ Dabei führt er
zur Ideenfindung gewissenhaft ein Skizzenbuch und erarbeitet sich seine
Bilder. „Ich habe in letzter Zeit versucht, mich vom Mädchenfotograf in
Richtung Kunst zu entwickeln“, sagt Baumann. „Mein Ziel ist es gerade
bei freien Arbeiten, den Betrachter zu fesseln, ihm eine Geschichte zu
erzählen, zu der er sich Gedanken machen kann. Ich habe den Drang, immer
besser zu werden.“