Im Alter von 80 Jahren ist am 11. Oktober in Los Angeles der amerikanische Fotograf William Claxton verstorben. Seine Portraits der internationalen Jazzszene sind legendär, Musiker wie Al Cohn und Shorty Rogers haben Claxton schon zu Lebzeiten Songs gewidmet.
Bekannt geworden ist der 1927 geborene Bildermacher aus Pasadena schon früh, noch als Psychologiestudent, mit stimmungsvollen Aufnahmen aus den Jazzclubs von Los Angeles. Viele seiner Portraits schmückten alsbald die Plattencover des neuen Pacific Jazz Labels, darunter seine legendären Aufnahmen des Jazz-Tropeters Chet Baker. Sein Bildband Jazzlife aus den frühen 60er-Jahren ist ein Klassiker des Genres und verkaufte sich in einer sensationellen Auflage von fast zwei Millionen Exemplaren. Darüber hinaus fotografierte William Claxton für die besten Illustrierten der Welt, darunter Life, Paris Match und die Vogue, portraitierte Filmstars wie Steve McQueen,der ihn einst als persönlichen Lieblingsfotografen auserkoren hatte. Claxton, der mit dem ehemaligen Star-Model Peggy Moffitt verheitratet war, bedeutete für die Jazzfotografie das, was Julius Shulman für die Architekturfotografie war: er war ein stilbildender Pionier. Viel zu begabt und ehrgeizig übrigens, um ausschließlich bei der Portraitfotografie zu bleiben. Claxton arbeitete erfolgreich als Modefotograf, versuchte sich als Filmregisseur ("Basic Black“) und war unter anderem auch Produzent der amerikanischen Grammy Awards. Zu seinen dreizehn veröffentlichten Bildbänden zählt "Jazz Seen“ (Taschen Verlag) aus dem Jahr 1999, ein Meisterwerk, das ihm in Deutschalnd noch einmal eine neue Generation von Fotofans erschlossen hat. Vergangenen Samstag ist Claxton nach kurzer Krankheit in einem Krankenhaus in Los Angeles an Herzversagen gestorben. maz